Amelie Lens hat am 4. September ihr erstes Studioalbum veröffentlicht. AURA erscheint auf ihrem eigenen Label EXHALE und umfasst elf Tracks. Nach zehn Jahren mit EPs, Singles, Remixen und Compilation-Beiträgen ist es ihr erster Versuch, den eigenen Sound auf Albumlänge zu ordnen – ohne die Verbindung zum Club aufzugeben.

Elf Tracks zwischen Festivaldruck und spätem Clubfloor

Die Tracklist beginnt mit einem kurzen Intro und führt anschließend über our frequency, run mit Angèle und the only one zu einem Titel, dessen Name die eigene Referenz ziemlich offenlegt: 4am at RSO. Danach folgen unter anderem a track at 150bpm, falling into acid dreams, come closer und the energy is us. Der Abschluss whatever you do war bereits im Frühjahr erschienen.

Lens beschreibt das Album selbst als persönliche Bestandsaufnahme ihrer Entwicklung – von kleinen Clubs über internationale Festivalbühnen bis zu EXHALE und ihrem Leben als Mutter. Musikalisch ist diese Spannweite hörbar: Die Platte arbeitet mit geradlinigem Peak-Time-Druck, Acid-Linien, melodischeren Flächen und Passagen, die bewusst weniger auf sofortige Eskalation zielen.

Die Produktion von „AURA“ fällt in ein Jahr, in dem Lens ihr Live- und Eventkonzept unter demselben Namen weiter ausbaut.
Die Produktion von „AURA“ fällt in ein Jahr, in dem Lens ihr Live- und Eventkonzept unter demselben Namen weiter ausbaut.

„AURA“ ist eng mit EXHALE verbunden

Dass das Album auf EXHALE erscheint, ist mehr als eine formale Labelentscheidung. Das Imprint, die Eventreihe und Lens’ Radioarbeit sind in den vergangenen Jahren zu einem gemeinsamen Ökosystem geworden. Viele der musikalischen Koordinaten des Albums – harte Kicks, Rave-Spannung, Acid, schnelle Tempi und große Räume – sind dort längst erprobt worden.

Gleichzeitig nutzt Lens das Albumformat, um ihre üblichen DJ-Tools nicht einfach aneinanderzureihen. Gerade die Übergänge zwischen den härteren Stücken und den atmosphärischeren Momenten geben AURA mehr Kontur als eine Sammlung von Festival-Singles. Der Titel 4am at RSO ist dafür ein gutes Beispiel: Schon der Verweis auf den Berliner Club setzt einen anderen Maßstab als die Mainstage-Ästhetik, die häufig mit Lens verbunden wird.

Angèle als einziger Gast auf der Tracklist

Mit Angèle taucht auf run nur ein klar ausgewiesener Gast auf. Der Rest des Albums bleibt stark auf Lens’ eigene Handschrift konzentriert. Auch ihre Stimme spielt an mehreren Stellen eine Rolle, ohne dass die Platte in klassische Songstrukturen kippt. Das Fundament bleibt elektronische Clubmusik.

  • Release: 4. September 2026
  • Label: EXHALE
  • 11 Tracks
  • Gast: Angèle auf „run“
  • Digital sowie als 2x12"-Vinyl angekündigt

Für die deutsche Ausgabe ist vor allem der Berlin-Bezug interessant: Lens nennt RSO nicht beiläufig, sondern setzt den Club direkt in die Tracklist. AURA funktioniert deshalb gut als Momentaufnahme einer Produzentin, die zwischen sehr großen Bühnen und einem klaren Clubverständnis pendelt – und diese beiden Seiten erstmals auf einem vollständigen Album zusammenführt.

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