Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat sich öffentlich hinter die neue Musikpartnerschaft von fabric und St Paul’s Cathedral gestellt. Die beiden Institutionen hatten Anfang September eine vierjährige Zusammenarbeit angekündigt, die von 2026 bis 2030 läuft und zeitgenössische Konzerte in der Kathedrale vorsieht.
Khan begrüßte die Verbindung am 6. September in einem Beitrag auf X und stellte die musikalische Zusammenarbeit mit einem der bekanntesten Londoner Wahrzeichen in den Mittelpunkt. Seine Reaktion folgte auf Kritik einzelner religiöser und politischer Kommentatoren, die die Beteiligung eines Nachtclubs an Veranstaltungen in einer geweihten Kirche ablehnten.

Der Auftakt ist ein sitzendes Konzert
Die offizielle Ankündigung zeichnet ein deutlich anderes Bild als die Behauptung, St Paul’s werde zu einem Nachtclub. Die Reihe besteht aus kuratierten Konzerten. Den Auftakt macht The Cinematic Orchestra am 29. Oktober 2026 mit einem sitzenden, nur minimal verstärkten Auftritt. Heidi Vogel ist als langjährige Sängerin der Gruppe bestätigt; außerdem treten Patrick Watson, Elliott Skinner und Kathleen Frances im Rahmen des Abends auf.
Die Wahl eines akustisch sensiblen Konzertformats ist eng auf den Raum abgestimmt. St Paul’s nennt ausdrücklich die natürliche Nachhallzeit der Kathedrale als Teil des Konzepts. fabric übernimmt die zeitgenössische Musikprogrammierung, während die Veranstaltung innerhalb der bestehenden Konzertpraxis des Gebäudes stattfindet.

fabric hat bereits Konzerte in der Kathedrale organisiert
Die Partnerschaft beginnt nicht bei null. St Paul’s und fabric haben bereits zwei Konzerte gemeinsam umgesetzt: RY X trat 2024 in der Kathedrale auf, Patti Smith 2025. Auf diesen Veranstaltungen baut die neue Vereinbarung auf. Bis 2030 soll fabric als exklusiver Partner für zeitgenössische Musik weitere Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen musikalischen Bereichen kuratieren.
Für fabric erweitert das Projekt eine Programmarbeit, die seit Jahren gelegentlich außerhalb des eigenen Clubs stattfindet. Der Kern des Farringdon-Venues bleibt elektronische Clubmusik; in St Paul’s gelten dagegen die Bedingungen eines historischen Konzertorts. Gerade diese Trennung ist für die Debatte wichtig, weil ein Clubbetreiber die Reihe kuratiert, ohne den sakralen Raum nach dem Betriebsmodell eines Clubs zu bespielen.
Kritik trifft auf Unterstützung aus dem Rathaus
Die öffentliche Auseinandersetzung entzündete sich vor allem an der Symbolik der Kooperation. Kritiker verwiesen auf den religiösen Charakter des Gebäudes und auf fabrics Geschichte als Nachtclub. Befürworter sehen in den Konzerten eine Fortsetzung der kulturellen Nutzung von St Paul’s und eine Möglichkeit, Publikum zu erreichen, das die Kathedrale sonst seltener besucht.
St Paul’s selbst begründet die Zusammenarbeit mit diesem Publikumszugang und mit der eigenen Musik- und Kulturarbeit. Khans Stellungnahme stärkt die Partnerschaft politisch, ändert aber nichts an der konkreten Form des ersten Abends: The Cinematic Orchestra spielen am 29. Oktober ein sitzendes Konzert, weitere Termine sollen folgen.
- Partnerschaft: fabric × St Paul’s Cathedral
- Laufzeit: 2026–2030
- Erstes Konzert: The Cinematic Orchestra
- Datum: 29. Oktober 2026
- Format: sitzend, minimale Verstärkung
- Frühere gemeinsame Konzerte: RY X (2024), Patti Smith (2025)
Für das erste Konzert soll nur eine begrenzte Zahl an Sitzplätzen angeboten werden. Weitere Künstler und Termine der vierjährigen Reihe wurden noch nicht vollständig bekannt gegeben.









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