Drei Festivaltage in Highland Park vom 16. bis 18. Oktober
Stones Throw Records hat vom 16. bis 18. Oktober 2026 sein 30-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Festival in Highland Park im Nordosten von Los Angeles gefeiert. Das unabhängige Label wurde 1996 von Peanut Butter Wolf gegründet. Für das Jubiläum kündigte Stones Throw ein Open-Air-Programm direkt neben seinem langjährigen Firmensitz an. Lodge Room und der öffentlich-rechtlich geprägte Radiosender KCRW waren als Partner beteiligt. Die Veranstaltung war für alle Altersgruppen zugänglich und verband aktuelle Labelkünstler mit Musikerinnen und Musikern aus früheren Jahrzehnten.
Das Festival liegt zum Zeitpunkt dieses Artikels bereits in der Vergangenheit. Die nachfolgenden Angaben dokumentieren deshalb den offiziell angekündigten Spielplan, nicht eine eigene Beobachtung der tatsächlich gespielten Konzerte. Ob einzelne Auftritte kurzfristig geändert wurden, wie das Publikum reagierte oder welche unangekündigten Gäste erschienen, lässt sich ohne verlässliche Nachberichte nicht beurteilen. Die Unterscheidung ist wesentlich: Ein veröffentlichter Timetable belegt die Planung einer Veranstaltung, aber noch keine persönliche Konzertkritik.
Stones Throw steht in der Musikgeschichte für eine ungewöhnliche Nähe von Hip-Hop, experimenteller Beatmusik, Soul, Funk, Jazz und elektronischen Produktionsweisen. Zu den bekanntesten Veröffentlichungen der Labelgeschichte gehören Madvillainy von Madvillain und Donuts von J Dilla. Beide Alben werden in der gegenwärtigen Labelkommunikation weitergeführt. Diese Diskografie erklärt, warum ein Stones-Throw-Jubiläum für eine elektronische Musikplattform relevant ist, obwohl nicht jede Band des Programms im engeren Sinne Techno oder House spielt.
Peanut Butter Wolf und die Geschichte des unabhängigen Labels

Peanut Butter Wolf gründete Stones Throw 1996, nachdem er selbst als DJ und Produzent aktiv gewesen war. Der Charakter des Labels entwickelte sich über Kooperationen mit Künstlern, die unterschiedliche Traditionen miteinander verknüpften. Madlib und seine zahlreichen Projektidentitäten gehören genauso zu dieser Geschichte wie Veröffentlichungen von J Dilla und neuere Produktionen abseits des klassischen Rap. Ein Jubiläumsfestival mit Künstlern aus mehreren Generationen konnte diesen Zusammenhang anschaulicher darstellen als eine einfache Rückschau auf Verkaufszahlen.
Freitag: Sudan Archives, N8NOFACE, Automatic und Pearl & The Oysters
Der erste Tag am Freitag, 16. Oktober, konzentrierte sich laut dem offiziellen Zeitplan auf jüngere und gegenwärtige Positionen. Doors waren für 18 Uhr angesetzt, gefolgt von Angela Muñoz, Gabriel da Rosa, N8NOFACE und Pearl & The Oysters. Für 20.35 Uhr war Sudan Archives vorgesehen, bevor Automatic um 21.10 Uhr den letzten regulären Programmpunkt übernahm. Danach war eine Afterparty mit den Beat Junkies im Lodge Room angekündigt.
Das Programm zeigt, wie weit das Label seine Gegenwart inzwischen definiert. Automatic steht für eine Bandästhetik, die sich nicht schlicht auf Hip-Hop reduzieren lässt. N8NOFACE arbeitet mit deutlich elektronisch geprägten Elementen. Sudan Archives verbindet ihr Geigenspiel mit zeitgenössischer Produktion und eigenen stilistischen Entscheidungen. Daraus folgt nicht, dass alle Künstler dieselbe Bühne mit identischer Besetzung nutzten oder dass die Auftritte bereits in einem bestimmten klanglichen Verhältnis zueinander standen. Der Spielplan liefert verlässliche Namen und Uhrzeiten, keine fertige Konzertkritik.
Auch im Veröffentlichungsprogramm des Labels gab es um das Jubiläum herum Neuigkeiten. Stones Throw kündigte im Oktober das Album Tomorrow’s World von N8NOFACE an, produziert von Dave Sitek. Diese Veröffentlichung gehört zum zeitlichen Umfeld des Festivals. Sie belegt, dass das Jubiläum nicht allein die Vergangenheit archivierte, sondern gleichzeitig das aktuelle künstlerische Programm sichtbar machte. Der zeitliche Zusammenhang rechtfertigt eine Erwähnung; ein exklusives Live-Debüt einzelner Stücke beim Festival ist damit nicht bestätigt.
Samstag: J.Rocc feiert Donuts, Lootpack und A-Trak auf dem Programm
Der Samstag, 17. Oktober, rückte die DJ- und Hip-Hop-Geschichte besonders deutlich ins Zentrum. Ab 14 Uhr waren Einlass und erste Auftritte vorgesehen. Zu den angekündigten Namen gehörten Fanatik, The Architect, The Koreatown Oddity, Rasco & Planet Asia, Mndsgn, Wildchild & DJ Romes, Karriem Riggins, J.Rocc, Tuxedo, A-Trak, Dâm-FunK, Aloe Blacc und Peanut Butter Wolf. Die Anzahl der Beteiligten ist bereits für sich ein Hinweis auf die Breite des Jubiläumsprogramms.
Zwei Positionen verdienen besondere Aufmerksamkeit: Wildchild und DJ Romes waren mit einer Aufführung von Soundpieces: Da Antidote! angekündigt, dem Album von Lootpack. Das Projekt gehört zur frühen Stones-Throw-Geschichte und zeigt eine Verbindung zu der Sample- und Beatkultur, aus der das Label hervorging. Bei J.Rocc war ausdrücklich ein DJ-Set zum zwanzigjährigen Bestehen von J Dillas Donuts vorgesehen. Damit bezogen sich gleich mehrere Programmpunkte auf konkrete Veröffentlichungen, statt nur allgemeine Erinnerung zu beschwören.
Das Album Donuts erschien 2006 und ist für die Geschichte samplebasierter Produktionsweisen von erheblicher Bedeutung. Für einen DJ wie J.Rocc eröffnet ein Jubiläumsset die Möglichkeit, musikalische Bezüge des Albums und dessen Wirkungsgeschichte zu vermitteln. Der offizielle Festivalplan nennt das Format als Donuts 20th anniversary DJ Set. Eine konkrete Trackliste oder Behauptungen über Übergänge, die Besucher am Samstag gehört hätten, sind dadurch nicht belegt.
Auch Tuxedo, das Duo aus Mayer Hawthorne und Jake One, war als DJ-Set angekündigt. Dâm-FunK stand später auf dem Spielplan und zusätzlich bei einer Lodge-Room-Afterparty, die mit Funkmosphere verbunden war. A-Trak erhielt einen eigenen Slot um 19.35 Uhr. Solche Positionen sprechen unterschiedliche Teile einer Szene an, die zwischen Hip-Hop-DJing, Boogie, Funk und moderner elektronischer Clubmusik fließende Übergänge kennt. Jede dieser Traditionen besitzt ihre eigenen musikalischen Praktiken; zusammen sind sie ein nachvollziehbares Profil für Stones Throw.
Den Abschluss des regulären Samstagsprogramms sollte Peanut Butter Wolf ab 20.55 Uhr mit Freunden gestalten. Dass der Labelgründer am zweiten Abend eine hervorgehobene Position erhielt, entsprach der Geschichte des Jubiläums. Er war nicht bloß eine repräsentative Figur hinter einem Firmenlogo, sondern ein Musiker, dessen eigene Aktivität eng mit dem Aufbau des Labels verbunden ist. Die genauen spontanen Gäste dieses Slots lassen sich aus dem Ausdruck & Friends allerdings nicht verlässlich identifizieren.
Für Sonntag, 18. Oktober, führte der offizielle Zeitplan Maylee Todd, Vex Ruffin, Lionmilk, Jerry Paper, Gary Wilson, Michi, Bardo, Eddie Chacon, Kyle M, Benny Sings, John Carroll Kirby, Egyptian Lover und Mild High Club auf. Karaoke von Eric André war als begleitender Programmpunkt angekündigt. Das Programm nahm damit erneut einen anderen Schwerpunkt als am Samstag ein und bezog sowohl experimentelle Songwriter als auch Synthesizer- und Funkpositionen ein.
Sonntag: Egyptian Lover, John Carroll Kirby und Mild High Club
Egyptian Lover war für 20.20 Uhr angesetzt. Der Künstler gehört zur Geschichte von Electro und den frühen Los-Angeles-Verbindungen zwischen Rap, Drumcomputern und tanzbarer elektronischer Musik. Für ein Labeljubiläum, das über streng abgegrenzte Genres hinausblickt, ist sein Name eine passende historische Referenz. Die Archivfotografien dieses Artikels zeigen ihn bei früheren Auftritten, eine davon beim Moogfest 2014; sie sind ausdrücklich keine Bilddokumentation des Jubiläums 2026.

Mild High Club sollte am Sonntag um 21.10 Uhr auftreten. Stones Throw hob bei der Bekanntgabe hervor, dass dies der erste Auftritt der Gruppe in Los Angeles seit mehr als fünf Jahren sein werde. Diese Aussage stammt vom Label selbst und beschreibt den damaligen Plan. Der weitere Sonntag vereinte Künstler wie John Carroll Kirby, dessen Soloarbeiten unterschiedliche Pop-, Jazz- und elektronische Einflüsse berühren, und Gary Wilson, dessen unkonventionelle Aufnahmen seit Jahrzehnten eigene Anhängerschaften besitzen.
Die räumliche Verankerung des Festivals in Highland Park ist kein beliebiges Detail. Stones Throw präsentierte die Reihe ausdrücklich in direkter Nachbarschaft seiner langjährigen Büroadresse im Nordosten von Los Angeles. Lokale Geschäfte, Musikverkäufer und gastronomische Angebote waren in der Festivalankündigung vorgesehen. Pro Ticket sollte ein US-Dollar an lokale gemeinnützige Organisationen fließen. Das vermittelt eine konkretere Vorstellung vom Anlass als die reine Angabe, dass ein berühmtes Independent-Label Geburtstag hatte.
Los Angeles, Ticketpreise und der lokale Rahmen
Die ursprüngliche Ticketseite führte einen Dreitagespass für 150 US-Dollar einschließlich ausgewiesener Gebühren sowie Tageskarten für 75 US-Dollar. Diese Preise dokumentieren das damalige Angebot und sind nach dem Ende des Festivals keine aktuellen Kaufempfehlungen. Das ist besonders wichtig, wenn historische Ticketseiten weiterhin online erreichbar sind. Ein später lesbarer Artikel sollte Eintrittspreise klar als Konditionen vor der Veranstaltung kennzeichnen und nicht als heute noch verfügbaren Verkauf.
Die drei Programmtage machten sichtbar, wie Stones Throw sein Repertoire versteht. Freitag standen stärker aktuelle Band- und Soloprojekte im Mittelpunkt, Samstag die Hip-Hop- und DJ-Linien des Katalogs, Sonntag eine Mischung aus Electro, Soul, experimentellem Pop und Songwriter-Positionen. Diese Zusammenfassung beruht auf dem offiziell veröffentlichten Spielplan, nicht auf einer behaupteten kuratorischen Absicht hinter jedem einzelnen Slot. Sie zeigt die Bandbreite der Namen, ohne sie in eine künstlich einheitliche Musikrichtung zu pressen.
Dreißig Jahre nach der Gründung besitzt Stones Throw damit eine Geschichte, die sich nicht allein durch ein ikonisches Album erklären lässt. Peanut Butter Wolf hat ein Label aufgebaut, dessen Katalog über Generationen hinweg unterschiedliche Formen unabhängiger Musikproduktion enthält. Das Festival vom 16. bis 18. Oktober 2026 war als sichtbare Zusammenführung dieser Geschichte geplant. Für eine belastbare Bewertung der tatsächlichen Auftritte wären eigenständige Konzertberichte und dokumentierte Mitschnitte nötig; das hier geprüfte Material liefert den genauen öffentlichen Rahmen.









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