Der TAG DER CLUBKULTUR geht 2026 in seine siebte Ausgabe und verbindet erneut Kulturpreis und stadtweite Festivalwoche. Eine unabhängige Fachjury wählt in diesem Jahr insgesamt 32 Berliner Clubs und Kollektive aus. Die ausgezeichneten Clubs erhalten jeweils 20.000 Euro, Kollektive 10.000 Euro; für Newcomer liegen die Preisgelder je nach Organisationsform zwischen 5.000 und 10.000 Euro.
Parallel dazu läuft vom 3. bis 11. Oktober die Festivalwoche unter dem Motto STAY CORE. Das offizielle Programm umfasst rund 130 Veranstaltungen von mehr als 110 Clubs, Kollektiven und Initiativen. Clubnächte und Open Airs stehen neben Konzerten, Performances, Ausstellungen, Filmvorführungen, Workshops, Panels, Stadtführungen und Radio-Takeovers. Damit bildet die Woche bewusst mehr ab als den klassischen Nachtbetrieb.
Preis und Festival folgen zwei unterschiedlichen Logiken
Der Kulturpreis richtet sich an feste Spielstätten ebenso wie an Kollektive ohne eigenen Ort. Für die Auswahl arbeiten zwei Fachgremien, getrennt nach Clubs und Kollektiven. Die deutsche Projektseite bündelt die Preisvergabe 2026 in den Bereichen Raum & Ästhetik, Programm und Community. Entscheidend ist dabei, dass eine Auszeichnung nicht automatisch Voraussetzung für die Teilnahme an der Festivalwoche ist.
Die Festivalwoche ist als offene Plattform angelegt. Veranstalter*innen können eigene Formate einreichen, solange sie einen nachvollziehbaren Bezug zur Berliner Clubkultur haben. Das erweitert den Radius deutlich: elektronische Musik bleibt ein zentraler Teil, doch auch Hip-Hop, Jazz, Rock, experimentelle Musik und interdisziplinäre Projekte gehören ausdrücklich zum Programm. Diese Trennung zwischen Jury-Preis und offenem Festivalteil verhindert, dass die Woche lediglich zur Präsentation der 32 Preisträger*innen wird.

STAY CORE setzt den Blick auf Arbeitsweisen statt Nostalgie
Die Clubcommission beschreibt STAY CORE als Aufforderung, den Kern von Clubkultur über konkrete Praxis sichtbar zu machen. In den offiziellen FAQ werden steigende Kosten, verschwindende Freiräume, politische Polarisierung und Kommerzialisierungsdruck als aktuelle Herausforderungen genannt. Das ist die Perspektive der Veranstalter*innen; das Programm übersetzt sie in sehr unterschiedliche Formate, statt daraus eine einheitliche politische Botschaft für alle Beteiligten abzuleiten.
Drei Begriffe strukturieren die Programmbeschreibung besonders deutlich: Bleiben, Fürsorge und Widerstand. Im Kalender zeigt sich das nicht als starres Kurationsschema. Eine Nacht kann sich mit queeren Awareness-Strukturen beschäftigen, ein anderes Projekt mit DIY-Produktion, Nachbarschaft, Radio, Performance oder Stadtgeschichte. Genau diese Breite macht die Woche redaktionell interessanter als eine reine Liste von Partys.
- Ausgabe: 7. TAG DER CLUBKULTUR
- Preisträger*innen: 32 Clubs und Kollektive
- Preisgeld Clubs: jeweils 20.000 Euro
- Preisgeld Kollektive: jeweils 10.000 Euro
- Newcomer: 5.000 bis 10.000 Euro
- Festivalwoche: 3.–11. Oktober 2026
- Programm: rund 130 Veranstaltungen von mehr als 110 Akteur*innen
Vom Clubfloor bis zum Workshop verteilt sich das Programm über die Stadt
Der Kalender beginnt bereits am Vorabend des offiziellen Starts mit einzelnen Formaten und zieht sich anschließend über neun Tage. Zu den beteiligten Orten gehören etablierte Clubs ebenso wie Konzertvenues, Studios, Community Spaces, Kinos und temporäre Räume. Das ist relevant, weil die Berliner Clubkultur in der Praxis längst nicht nur dort stattfindet, wo eine feste Tanzfläche und eine Nachtlizenz vorhanden sind.
Ein Beispiel liefert STAY FAIRY STAY CORE im Renate am 3. Oktober. Das Kollektiv Fairies verbindet dort einen queeren Floor-Takeover mit Awareness-Strukturen und einem Line-up aus Robin Flux, Senergi, Tania Just und Tutti Frutti. Andere Veranstaltungen arbeiten mit Night Markets, Live-AV, Ausstellungen oder Diskussionen. Die Bandbreite ist Teil des Konzepts und kein Nebeneffekt einer sehr großen Programmliste.

Seit 2020 ist aus einer Kriseninitiative ein wiederkehrendes Fördermodell geworden
Der TAG DER CLUBKULTUR wurde 2020 von der Clubcommission Berlin mit Unterstützung der damaligen Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie des Musicboard Berlin gestartet. Der Zeitpunkt war unmittelbar von der Pandemie geprägt. 2026 wird das Projekt von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und dem Musicboard Berlin gefördert und zum siebten Mal durchgeführt.
Die Kontinuität verändert die Funktion des Formats. Ein einmaliger Preis in einer Ausnahmesituation hätte vor allem kurzfristige Anerkennung bedeutet. Über sieben Ausgaben entsteht dagegen ein wiederkehrender Mechanismus, der jedes Jahr andere Orte, Kollektive und Arbeitsweisen sichtbar macht. Die Preisgelder bleiben dabei direkt an die ausgezeichneten Strukturen gebunden, während die Festivalwoche ein öffentliches Schaufenster für ein deutlich größeres Feld bietet.
Für 2026 stehen die Eckdaten fest: 32 Auszeichnungen, Preisgelder bis 20.000 Euro und eine Woche mit rund 130 Programmpunkten in Berlin. Das Opening findet am 3. Oktober statt. Danach entscheidet der konkrete Kalender, wie unterschiedlich Clubs und Kollektive das Motto STAY CORE tatsächlich auslegen.









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