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Traktor MX2: zwei Kanäle, aber deutlich mehr als Basics

Traktor MX2 sitzt sinnvoll zwischen Einsteiger-Controller und ernsthaftem Performance-Werkzeug. Zwei Kanäle, Jogwheels, EQ und Crossfader sind sofort verständlich, doch Stems, Pattern Player, zwei Deck-FX-Einheiten und 16 RGB-Pads…

8.6/10

Ein Zwei-Kanal-DJ-Controller kann heute entweder bewusst einfach bleiben oder versuchen, möglichst viele Performance-Funktionen in eine überschaubare Oberfläche zu integrieren. Traktor MX2 wählt die zweite Richtung, hält den Mixer selbst aber klassisch. Zwei Channel-Fader, Pegelanzeigen, Crossfader und 3-Band-EQ bilden die Basis, sodass grundlegendes Mixing nicht hinter Spezialfunktionen verschwindet.

Die beiden berührungsempfindlichen Jogwheels arbeiten in Turntable- und Jog-Modus. Sie sind nicht motorisiert, entsprechen laut Native Instruments aber in der Größe den Wheels des Traktor S4. Damit bleibt genug Fläche für Nudge, Cueing, Scrollen und Scratching, ohne dass der Controller in die Abmessungen eines Vierkanal-Flaggschiffs wächst.

Interessanter wird MX2 bei den Performance-Funktionen. 16 RGB-Pads verteilen sich auf Hotcues, Stems, Flux Loops und Pattern Player. Gerade Stems sind ein wichtiger Teil des aktuellen Traktor-Workflows: Drums, Bass, Instrumente und Vocals können innerhalb eines Tracks getrennt bearbeitet werden. Der Controller bietet direkten Zugriff auf Stem-Lautstärke, Filter und Effekt-Sends, wodurch diese Funktion nicht nur im Softwarefenster existiert.

Für Effekte gibt es zwei Ebenen. Mixer FX legen schnell erreichbare Effekte auf die Kanalsteuerung, während zwei vollständige Deck-FX-Einheiten Zugriff auf mehr als 40 Effekte aus Traktor Pro 4 geben. Dadurch kann MX2 zwischen schnellen Übergangseffekten und komplexeren Effektketten wechseln, ohne den Mixer mit zusätzlichen Sektionen zu überfrachten.

Traktor Pro 4 ist im Paket enthalten. Das ist relevant, weil der Controller ohne Computer nicht arbeitet und die Software nicht nur Beigabe, sondern funktionaler Teil des Geräts ist. Pattern Player, Stem Separation und die Effektarchitektur sind eng an Traktor gebunden. Ein zusätzlicher MIDI-Modus erlaubt zwar die Nutzung mit anderer Software, die tiefste Integration bleibt naturgemäß im NI-System.

Die Audiosektion bietet Hauptausgänge über RCA und Miniklinke, Kopfhörerausgänge in 3,5 und 6,3 mm, einen Mikrofoneingang und USB-C. Native Instruments gibt eine Audioverarbeitung bis 24 Bit/96 kHz an. Mit 511,4 x 323,1 x 61,9 mm und 2,73 kg bleibt das Gerät transportabel, ohne ultrakompakt zu sein.

Der Preis von 449 US-Dollar positioniert MX2 deutlich oberhalb vieler Basiscontroller. Dafür erhält man nicht nur mehr Pads, sondern einen Workflow, der aktuelle Traktor-Funktionen tatsächlich physisch erreichbar macht. Der entscheidende Punkt ist deshalb weniger die Hardwaremenge als die Softwarebindung: Für überzeugte Traktor-Nutzer ist sie ein Vorteil, für DJs mit wechselnden Plattformen eine Einschränkung.

MX2 wirkt am stärksten als Controller für DJs, die mit zwei Decks sauber arbeiten möchten, aber Stems, Patterns und Effekte als echten Teil ihres Sets verstehen. Es ist kein verkleinertes Club-Pult, sondern eine eigene Interpretation davon, wie moderne Software-DJing-Hardware aussehen kann.

Unabhängige redaktionelle AT-DJ-Bewertung auf Basis verifizierter Herstellerangaben, Dokumentation und aktueller Produktinformationen. Es besteht keine bezahlte Kooperation mit dem Hersteller.