CTM Festival und NOPA Festival haben eine neue Ausgabe des künstlerischen Forschungslabors Resynthesising the Traditional angekündigt. Unter dem Titel Fragmented Distance findet das Lab vom 1. bis 10. Oktober 2026 in Armenien statt. Bewerbungen sind bis zum 8. August 2026 um 23:59 Uhr CEST möglich.

Der Fokus liegt auf Klangpraktiken, die Tradition nicht als starres Erbe behandeln, sondern als Material in Bewegung. CTM beschreibt das Lab als Raum für Künstlerinnen, Musiker, Sound Artists und Forschende, die sich mit Diaspora, Erinnerung, Verschiebung, Weitergabe und hybriden Formen kultureller Praxis auseinandersetzen.

Tradition als
bewegliches Material

Für CTM ist Resynthesising the Traditional eine längerfristige Initiative, die kritische Zugänge zu Tradition und Herkunft sucht. Der Begriff Resynthese ist dabei nicht zufällig gewählt: Er verweist auf eine Methode aus der Computermusik, bei der Klang analysiert, zerlegt und neu zusammengesetzt wird. Übertragen auf kulturelle Praxis entsteht daraus ein produktives Bild für Erinnerung, Bruch und Neuformulierung.

Die Ausgabe in Armenien schärft diesen Ansatz politisch und geografisch. Bevorzugt werden Bewerbungen von Künstlerinnen und Künstlern, die in Armenien, Georgien, Iran, Irak, Syrien, Anatolien, der Kaspischen Region, der Levante oder dem Nordkaukasus leben oder diasporische Verbindungen dorthin haben.

Das Interessante an diesem Open Call ist nicht nur der Ort, sondern die Methodik: Clubkultur, experimentelle Musik und Forschung werden hier nicht als getrennte Felder behandelt, sondern als gemeinsames Werkzeug für kulturelle Selbstbefragung.AT@DJ / EDITORS NOTE
Projekt: CTM Festival x NOPA Artistic Research LabTitel: Fragmented DistanceOrt: ArmenienLab-Zeitraum: 1.-10. Oktober 2026Bewerbungsfrist: 8. August 2026, 23:59 CESTAuswahl: bis zu sechs Teilnehmende

Vom Labor
zur öffentlichen Praxis

Das Lab umfasst Theorie- und Praxisworkshops, Präsentationen, öffentliche Solo-Performances oder Vorstellungen, Inputs von Spezialistinnen und Spezialisten, Improvisationen, Exkursionen und Feedback-Sessions. Nach dem Lab können Teilnehmende neue Arbeiten oder Forschungsansätze für mögliche Kommissionen bei CTM Festival in Berlin und/oder NOPA Festival in Jerewan vorschlagen.

Damit positioniert sich CTM einmal mehr nicht nur als Festival, sondern als Infrastruktur. Die Berliner Verankerung bleibt wichtig, doch der Blick geht über die Stadt hinaus: in Richtung kollaborativer Produktionsräume, in denen elektronische und experimentelle Musik auf Fragen von Herkunft, Verdrängung und Wiederaneignung trifft.

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