Die Grammy Awards 2026 haben der elektronischen Musik ungewöhnlich viel Raum gegeben. Bei der 68. Ausgabe gewann Tame Impala mit End Of Summer den Preis für Best Dance/Electronic Recording, FKA twigs holte mit EUSEXUA Best Dance/Electronic Album, und Gesaffelstein erhielt für seinen Remix von Lady Gagas Abracadabra seinen ersten Grammy. Dazu kam ein Rekord außerhalb der Dance-Kategorien: Bad Bunny gewann mit DeBÍ TiRAR MáS FOToS Album of the Year.

Tame Impala gewinnt mit „End Of Summer“

In der Kategorie Best Dance/Electronic Recording setzte sich Tame Impala gegen Disclosure & Anderson .Paak, Fred again.. mit Skepta und PlaqueBoyMax, KAYTRANADA sowie Skrillex durch. Kevin Parker verantwortete bei End Of Summer sowohl Produktion als auch Mix. Der Sieg folgt nur ein Jahr nach dem Grammy für Neverender, den Justice und Tame Impala gemeinsam in derselben Kategorie gewonnen hatten. Damit steht Parker inzwischen deutlich näher an der Dance-Produktion, als es die alte Psych-Pop-Schublade vermuten lässt.

FKA twigs gewann mit <em>EUSEXUA</em> den Grammy für Best Dance/Electronic Album.
FKA twigs gewann mit <em>EUSEXUA</em> den Grammy für Best Dance/Electronic Album.

„EUSEXUA“ setzt sich bei den Alben durch

Bei Best Dance/Electronic Album ging der Preis an FKA twigs. EUSEXUA gewann gegen Ten Days von Fred again.., Fancy That von PinkPantheress, Inhale / Exhale von RÜFÜS DU SOL und Skrillex’ F— U SKRILLEX YOU THINK UR ANDY WARHOL BUT UR NOT!! <3. Die Kategorie war damit auffällig breit besetzt: von clubnaher Pop-Produktion über melancholischen Electronica-Pop bis zu deutlich härteren, digital zerschnittenen Ansätzen. Der Sieg von FKA twigs passt zu einem Album, das Rhythmus, Körperlichkeit und detailliertes Sounddesign sehr eng zusammensetzt.

Gesaffelstein holt seinen ersten Grammy

Auch Gesaffelstein verließ die Verleihung mit einer Premiere. Sein Abracadabra – Gesaffelstein Remix gewann Best Remixed Recording. Für den französischen Produzenten ist es der erste Grammy. In derselben Kategorie waren unter anderem KAYTRANADAs Bearbeitung von Mariah Careys Don’t Forget About Us, Ron Trents Remix von Soul II Soul, Chris Lakes Version von The Chemical Brothers’ Galvanize und David Guettas Remix von Golden nominiert. Dass Gesaffelstein hier gewinnt, ist besonders für einen Produzenten bemerkenswert, dessen Ästhetik seit Jahren zwischen Techno, Industrial, Synth-Scores und Pop-Aufträgen pendelt.

Bad Bunny gewann mit <em>DeBÍ TiRAR MáS FOToS</em> Album of the Year.
Bad Bunny gewann mit <em>DeBÍ TiRAR MáS FOToS</em> Album of the Year.

Bad Bunny gewinnt Album of the Year

Den größten General-Field-Moment des Abends lieferte Bad Bunny. DeBÍ TiRAR MáS FOToS gewann Album of the Year und wurde damit zum ersten spanischsprachigen Album, das diese Kategorie für sich entschied. Produziert wurde das Album unter anderem von Big Jay, La Paciencia, MAG und Tainy. Der Preis verbindet den Abend zugleich mit einer Produktionswelt, die elektronische Studiotechniken längst selbstverständlich mit Reggaetón, Latin Trap und puertoricanischen Referenzen verschränkt.

Record of the Year ging an Kendrick Lamar und SZA für luther, Song of the Year an Billie Eilish und FINNEAS für WILDFLOWER. Für die elektronische Szene bleiben jedoch vor allem drei Namen hängen: Tame Impala, FKA twigs und Gesaffelstein. Ihre Auszeichnungen kamen aus unterschiedlichen Ecken des Spektrums und zeigen, wie weit die Grammy-Kategorien Dance und Electronic inzwischen gefasst sind — von präzise gebautem Songwriting über Albumdramaturgie bis zur Kunst des Remixes.

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