Unsound 2026 hat seine erste Künstlerwelle angekündigt und zugleich die Struktur der kommenden Ausgabe geschärft. Das Festival findet erstmals in zwei polnischen Städten statt: vom 2. bis 6. Oktober in Warschau und vom 8. bis 11. Oktober in Krakau. Das übergreifende Thema lautet SOFT POWER.
Die ersten Namen zeigen, dass Unsound seiner Rolle als Festival für elektronische Musik, Avantgarde und klangbasierte Gegenwartsdiagnose treu bleibt. Bestätigt sind unter anderem Actress presents Radical Frame, Ana Roxanne feat. Hashtag Ensemble, DJ Plead, DJ Spanish Fly, Tim Hecker & Vincent de Belleval, L’Rain, Mandy, Indiana und PPP, das Projekt von DJ Plead, Piezo und DJ Python.

Zwei Städte
kein doppeltes Programm
Der wichtigste strukturelle Punkt ist nicht nur die geografische Erweiterung. Unsound betont, dass keine Performances zwischen Warschau und Krakau wiederholt werden. Damit wird das Zwei-Städte-Modell nicht zur Verdopplung eines Programms, sondern zu einer kuratorischen Aufteilung.
Für ein Festival wie Unsound ist das konsequent. Die Marke lebt nicht von austauschbaren Slots, sondern von Kontext, Reibung und ungewöhnlichen Nachbarschaften. Warschau und Krakau werden dadurch zu zwei Kapiteln desselben Arguments: Wie klingen Einfluss, Verletzlichkeit, Autorität und Trost in einer Gegenwart, die sich zunehmend über Kontrolle und algorithmische Macht organisiert?
SOFT POWER ist bei Unsound kein hübsches Motto, sondern ein Spannungsfeld: Es fragt, ob Zärtlichkeit, Lautstärke, Druck und Fürsorge im Clubraum gleichzeitig existieren können.AT@DJ / EDITORS NOTE

Die erste Welle bleibt offen genug, um weitere Verschiebungen zuzulassen, setzt aber bereits einen Ton: Unsound will 2026 weniger ein Festivalwochenende als eine verteilte Denk- und Hörsituation sein. Gerade darin liegt seine Stärke innerhalb der europäischen Festivallandschaft.