AT-DJ
07 / TECHNOLOGIEEQUIPMENT · SOFTWARE · SYSTEME
ZURÜCK ZU TECHNOLOGY
Technology / KORG · ANALYSE

KORG phase8 im Review: akustische Synthese zum Anfassen

Der phase8 ist eines der eigenwilligsten KORG-Instrumente der letzten Jahre. Acht elektromechanische Stimmen bringen echte Stahlresonatoren zum Schwingen; Sequencer, Hüllkurven, Modulation und CV/MIDI geben dieser akustischen…

9/10

phase8 arbeitet mit acht unabhängigen elektromechanischen Stimmen. Jede Stimme versetzt einen Stahlresonator physisch in Schwingung. Das Signal entsteht also tatsächlich im Material und wird anschließend elektronisch geformt. KORG nennt diesen Ansatz Acoustic Synthesis.

Im Lieferumfang befinden sich 13 chromatisch gestimmte Resonatoren; acht werden gleichzeitig eingesetzt. Sie lassen sich austauschen und stimmen. Über Hüllkurven können kurze perkussive Impulse ebenso entstehen wie längere schwebende Töne. Entscheidend ist, dass die Resonatoren selbst Teil des Interfaces bleiben. Berühren, Zupfen, Anschlagen oder das Auflegen anderer Objekte verändert das Verhalten unmittelbar.

Der interne Sequencer unterstützt Step-Programmierung und unquantisierte Live-Aufnahme. Jede Stimme kann eigene Step-Skips nutzen, wodurch polymetrische Muster ohne externe Sequencer entstehen. Acht Speicherplätze sichern Sequenzen. Panelbewegungen lassen sich über die Record-Funktion automatisieren.

MIDI, USB-MIDI, Sync und CV binden phase8 in modulare und klassische Setups ein. Externe MIDI-Geräte können die akustischen Stimmen triggern; umgekehrt kann der Sequencer externe Instrumente ansteuern. Damit bleibt das Gerät nicht auf eine exotische Solo-Rolle beschränkt.

Die Einschränkung liegt in seiner Eigenart. Acht Stimmen und ein stark metallisch-physischer Grundcharakter decken nicht jede Syntheseaufgabe ab. Genau deshalb wirkt phase8 aber so frisch.

Redaktionelle Bewertung auf Basis offizieller Herstellerdokumentation und veröffentlichter technischer Daten. AT-DJ hat für diesen Beitrag kein physisches Testgerät im Langzeittest verwendet.