Reason Studios hat am 27. August Reason Free veröffentlicht. Die kostenlose Ausgabe bringt 15 Geräte aus dem Reason Rack als VST3-, AU- und AAX-Plug-in in kompatible DAWs. Enthalten sind vier Instrumente, fünf Effekte und sechs Player beziehungsweise Utilities. Es gibt keine Testphase, kein Ablaufdatum und kein Wasserzeichen. Zusätzlich lässt sich Reason Free eigenständig mit bis zu 16 Spuren betreiben.
Europa, Kong und Monotone bilden den Instrumentenblock
Bei den Klangerzeugern hat Reason Studios nicht ausschließlich kleine Einsteigergeräte gewählt. Europa ist der umfangreichste Synthesizer im Paket: drei spektrale Wave-Engines, Wavetable-orientierte Klangformung, Modulation, Filter und mehr als 600 Patches. Kong deckt Drum-Synthese und Sample-basierte Kits über 16 Pads ab. Dazu kommen der kompakte Monosynth Monotone und ID8 mit 36 General-MIDI-kompatiblen Sounds für schnelle Skizzen.

Gerade für elektronische Produktion ist die Auswahl sinnvoll verteilt. Europa übernimmt komplexere Flächen, Leads und digitale Texturen, Monotone liefert Bass und einfache monophone Sequenzen, während Kong als rhythmisches Zentrum dienen kann. ID8 bleibt bewusst schnörkellos und eignet sich eher für Arrangement-Ideen als für detailliertes Sounddesign. Damit ist die Gratisversion nicht an einen einzelnen Produktionsstil gebunden.
Fünf Effekte mit viel Reason-Geschichte
Die Effektsektion enthält mehrere Geräte, die seit Jahren zum Kern des Racks gehören. Scream 4 deckt Distortion, Overdrive und stärker zerstörende Bearbeitung über zehn Damage-Typen ab. The Echo bietet Stereo-Delay mit digitalem, analogem und Tape-artigem Verhalten. Audiomatic bündelt zwölf charakterbasierte Prozesse hinter einer einfachen Oberfläche, RV7000 MkII übernimmt algorithmischen und Convolution-Reverb, MClass Maximizer kümmert sich um Limiting und Pegel.

Das virtuelle Verkabeln bleibt erhalten
Ein zentraler Teil des Reason-Workflows bleibt auch in der kostenlosen Ausgabe zugänglich: Geräte lassen sich im virtuellen Rack drehen und auf der Rückseite miteinander verkabeln. Spider Audio teilt oder bündelt Audiosignale, Spider CV übernimmt dasselbe Prinzip für Steuerspannungen und Modulation. Pulsar liefert zwei LFOs, Scales & Chords erzeugt tonartgebundene MIDI-Harmonien und der MIDI-Out-Baustein kann externe Plug-ins oder Hardware ansteuern.
Der Combinator ist dabei besonders wichtig, weil sich mehrere Rack-Geräte zu einem eigenen spielbaren Patch zusammenfassen lassen. Makros und Mappings können verschiedene Parameter gleichzeitig steuern. Wer Reason bisher nur als geschlossene DAW wahrgenommen hat, bekommt mit Free einen guten Eindruck davon, warum das Kabel- und Rack-Konzept über viele Versionen hinweg erhalten blieb.
Reason Free läuft auch ohne bestehende DAW
Reason Studios beschränkt das Paket nicht auf den Plug-in-Betrieb. Die kostenlose Version kann als eigenständige DAW mit bis zu 16 Spuren genutzt werden. Für große Produktionen ist diese Grenze schnell erreicht, für Beat-Skizzen, Sounddesign oder kompakte Arrangements reicht sie deutlich weiter als eine reine Demo. Entscheidend ist außerdem, dass Projekte nicht nach einigen Tagen gesperrt werden.
Rack Extensions bleiben offen
Reason Free erhält außerdem Zugriff auf den Rack-Extensions-Marktplatz. Dort stehen kostenlose und kostenpflichtige Erweiterungen von Reason Studios und Drittentwicklern bereit. Das Gratispaket kann also wachsen, ohne dass zuerst eine Vollversion gekauft werden muss. Wer später auf Reason+ oder eine vollständige Reason-Lizenz umsteigt, bekommt deutlich mehr Geräte und die komplette DAW, muss aber nicht bei null anfangen.
Mit Reason Free setzt das Stockholmer Unternehmen auf einen dauerhaften Einstieg statt auf eine zeitlich begrenzte Testversion. Für Produzenten ist vor allem interessant, dass bekannte Geräte wie Europa, Kong und Scream 4 direkt in Ableton Live, Logic Pro, FL Studio oder Pro Tools geladen werden können. Der Download ist ab sofort über Reason Studios verfügbar.









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