Denon DJ hat den PRIME 4 G2 vorgestellt. Die zweite Generation des Vier-Deck-Standalone-Systems setzt vor allem dort an, wo sich der Workflow ohne Laptop entscheidet: Rechenleistung, Stem-Steuerung, größere Jogwheels, Performance-Pads und die Anbindung von Lichtsystemen. Das 10,1-Zoll-HD-Touchdisplay und Engine DJ bleiben das Zentrum der Bedienung, die interne Hardware wurde laut Hersteller jedoch deutlich leistungsfähiger ausgelegt.

Stems werden direkt im Gerät berechnet

Die wichtigste technische Änderung ist Engine Stems. Tracks lassen sich im PRIME 4 G2 selbst zur Verarbeitung in eine Warteschlange schicken; die Trennung läuft im Hintergrund und steht anschließend auf demselben Speichermedium wieder zur Verfügung. Wer seine Library lieber am Rechner vorbereitet, kann weiterhin Engine DJ Desktop verwenden. Für Sets mit schnellen Acapella-Wechseln, Instrumental-Passagen oder eigenen Mashups reduziert das die Abhängigkeit von vorbereiteten Exporten.

Denon legt die Stem-Funktionen außerdem auf eigene Bedienelemente. Neben den Performance-Pads stehen direkte Zugriffe auf Acapella und Instrumental sowie Pegel- und Effektsteuerung für einzelne Parts bereit. Damit rücken Stems aus einem Untermenü in den normalen Vier-Deck-Workflow.

Das 10,1-Zoll-Display bündelt Library, Wellenformen, FX und Engine-Lighting-Funktionen.
Das 10,1-Zoll-Display bündelt Library, Wellenformen, FX und Engine-Lighting-Funktionen.

8-Zoll-Jogs, MPCe-Pads und mehr Platz für Performance

Die beiden Jogwheels wachsen auf 8 Zoll und besitzen integrierte Farbdisplays. Dort zeigt das System unter anderem Wiedergabeposition, Track-Fortschritt, aktives Deck und den Zustand der Stem-Parts. Gerade bei vier Decks nimmt das dem Hauptscreen etwas Informationslast ab. Die größere Oberfläche ist zugleich für präzisere Nudges, Beat Juggling und Scratch-Bewegungen gedacht.

Jedes Deck bietet acht Performance-Pads. Unterstützt werden klassische Pad-Modi, mehrere MPCe-Modi sowie Funktionen für Engine Lighting. Bei den Effekten nennt Denon 26 BPM-synchronisierte Prozessoren, darunter Echo, Delay, Reverb, Flanger, Phaser, Roll, BeatBreak, Backspin und Crush. Dazu kommen die Sweep FX pro Kanal.

Die 8-Zoll-Jogs und die Pads sind auf einen direkteren Performance-Workflow ausgelegt.
Die 8-Zoll-Jogs und die Pads sind auf einen direkteren Performance-Workflow ausgelegt.

DMX, Streaming und eine breite Anschlusssektion

Neu ist ein eigener DMX-Ausgang für Engine Lighting und SoundSwitch. Zusätzlich unterstützt das System kompatible Setups mit Philips Hue und Nanoleaf. Für mobile DJs, kleinere Venues und Installationen ist das interessanter als eine reine Effektzugabe: Lichtsteuerung kann damit aus demselben Standalone-System kommen wie die Musik.

Bei den Medien stehen zwei USB-A-, zwei USB-C-Anschlüsse, ein SD-Slot und ein interner SATA-Schacht für 2,5-Zoll-Laufwerke bereit. Für den Einsatz mit Stems empfiehlt Denon SSDs. Streaming ist per WLAN über Amazon Music Unlimited, Apple Music, Beatport, SoundCloud Go+ und TIDAL mit entsprechendem DJ-Zusatz möglich.

  • Vier Standalone-Decks und Vierkanal-Mixer
  • 10,1-Zoll-HD-Multitouchscreen
  • 8-Zoll-Jogwheels mit Farbdisplays
  • Engine Stems mit Verarbeitung im Gerät
  • Dedizierter DMX-Ausgang für Engine Lighting
  • USB-A, USB-C, SD und interner SATA-Schacht
  • Gewicht laut Hersteller: 9,9 kg

Der PRIME 4 G2 bündelt damit mehr Aufgaben direkt im Gerät: Library-Verwaltung, vier Decks, Stems, FX, Streaming und Lichtsteuerung. Für DJs, die bewusst ohne Rechner spielen wollen, liegt der eigentliche Fortschritt weniger in einem einzelnen Feature als in der engeren Verzahnung dieser Funktionen mit den physischen Controls.

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